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Neben dem großen, übergeordneten Ziel, sich generell weiteren Preiserhöhungen für Steh- und Sitzplätze entgegenzustellen, hat „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ konkrete Forderungen an die Vereine, was die Rahmenbedingungen des Kartenverkaufs angeht:

1. Öffentliche Bekanntgabe der Ticketpreise vor Saisonstart:

Wir fordern volle Transparenz der Vereine bei der Festlegung der Ticketpreise und ein Ende der kurzfristigen Angabe der Preise und Kategorisierung der Topspiele. Gerade für Gästefans, die ihre Auswärtstouren im Vorraus planen, müssen die Kosten bereits zu Saisonstart bekannt sein. Wir fordern, dass die DFL die vollständige Veröffentlichung aller Eintrittspreise vor der Saison formal in ihre Lizensierungsbedingungen aufnimmt.

2. Generelle Abschaffung von Topspielzuschlägen für Gästefans:

Topspielzuschläge stellen eine ungerechte Mehrbelastung für Gästefans dar. Häufig werden Zuschläge nicht nach sportlichem Wert der Partie erhoben, sondern bei Vereinen, die regelmäßig viele Auswärtsfans mitbringen. Gästefans werden somit dafür bestraft, wenn sie ständig und in großer Zahl ihren Verein unterstützen. In der Spitze zahlen manche Fans über 50,00 € pro Saison mehr für die gleichen Spiele als Fans anderer Vereine – allein bei den Stehplätzen.

3. Verpflichtung der Vereine zur Einführung eigener und offener Tauschbörsen:

Die Vereine müssen den Fans eine sichere und seriöse Möglichkeit geben, nicht nutzbare Tages- oder Dauerkarten zum regulären Preis an andere Fans weiter zu veräußern. Technisch ist das kein Problem und wird bereits von einigen Vereinen so praktiziert. Die Fans brauchen eine faire und öffentliche Alternative zu überteuerten Zweitmarktanbietern.

4. Abschaffung der Vorverkaufsgebühren für die Vereine:

Der Verkauf von Eintrittskarten gehört zum ureigensten Kerngeschäft der Vereine und stellt keine zusätzlich zu berechnende Serviceleistung dar. Dass es sich dabei um verdeckte Preiserhöhungen handelt, zeigt allein der Umstand wie verschieden die Vereine sie berechnen. Einige Vereine berechnen sie mit einem Pauschalbetrag unabhängig der Preiskategorie, andere prozentual auf den Einzelpreis. Manche Vereine berechnen sie nur für den Kauf von Auswärtskarten, andere generell bei jedem Ticketkauf. Wir fordern die Abschaffung dieser willkürlich erhobenen Zusatzgebühren. Ausdrücklich davon ausgenommen ist der klassische Verkauf über externe Vorverkaufsstellen.

5. Volle Einnahmenüberlassung für die Amateurvereine in den ersten 2 Runden des DFB-Pokals:

Für die Amateurvereine stellen Zusatzeinnahmen im DFB-Pokal gegen höherklassige Gegner eine wichtige Einnahmequelle dar. Durch den offiziellen Verteilerschlüssel werden die Preise jedoch oft unangemessen hoch angesetzt. Wir fordern eine offizielle Regelung, nach der in den ersten zwei Pokalrunden die Einnahmen bei Spielen eines Amateurvereins gegen einen Gegner aus der ersten oder zweiten Bundesliga komplett beim Amateuerverein verbleiben. Im Gegenzug verpflichten sich die Amateurvereine maximal die Preise für ein Heimspielticket (jeweils günstigste Kategorie) des Profivereins zu erheben.