Rund eine Woche nach dem gelungenen Teilboykott in Stuttgart nimmt die Kampagne „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ wie folgt Stellung:

Zunächst gilt unser Dank allen BVB-Fans, die durch friedlichen und solidarischen Protest einmal mehr ein eindrucksvolles Zeichen für eine sozialverträgliche Preisstruktur in deutschen Fußballstadien gesetzt haben. Wir sind überwältigt von der Resonanz und fühlen uns einmal mehr bestätigt, dass Eintrittspreise ein drängendes Thema sind und dass dieses Thema auf die Agenda aller Profivereine gehört. Wir fordern nach wie vor, dass Fußball für alle Bevölkerungsschichten erschwinglich sein muss, gerade auch um die besondere Atmosphäre in den Stadien zu erhalten.

Um vor einer sich verändernden Publikumsstruktur zu warnen, initiierten die BVB-Fans eine Tennisball-Aktion, deren Bilder um die Welt gingen. Dieser kreative und augenzwinkernde Akt „zivilen Ungehorsams“ hat ein riesiges, weltweites, mediales Echo ausgelöst und unseren Protest bis nach Australien, Argentinien und Großbritannien getragen. Wir hoffen, dass wir weltweit Inspiration für die Fanszenen liefern können und möchten gemeinsam für den Erhalt des Fußballs als Volkssport eintreten.

keinzwannistuttWir sind stolz darauf, dass wir ein weiteres Ausrufezeichen setzen konnten und sind optimistisch, dass wir in Zusammenarbeit mit den Vereinen, dem Ligaverband und vor allem den Fanszenen vor Ort übergreifend alle Toppspielzuschläge für Gäste abschaffen werden. Dieses Signal wird die Bundesliga nachhaltig aufwerten und ihren Ruf als stimmungsvollste Liga Europas nachhaltig zementieren. Die Abschaffung des Toppspielzuschlages für Gästefans ist seit Beginn unserer Arbeit eine zentrale Forderung der Kampagne.

Abschließend wollen wir nicht verschweigen, dass uns auch kritische Reaktionen erreichen: Zum einen bedauern wir die Darstellung in den Ruhrgebietsmedien, deren Hauptaugenmerk auf einer potentiellen Bestrafung der Vereine durch die Sportgerichtsbarkeit lag. Schade ist, dass unser kreativer Protest überall auf der Welt wohlwollend dokumentiert wurde, aber ausgerechnet die Dortmunder Medien das Haar in der Suppe suchen. Hier wünschen wir uns eine ausgewogenere und sachliche Berichterstattung, die sicher auch im Sinne der Leserinnen und Leser ist. Schließlich sind es gerade diese Menschen, die massiv unter den horrenden Preisen leiden müssen.

Aus anderen Fanszenen erreicht uns gelegentlich der Vorwurf, dass die Kampagne eine Dortmunder Initiative sei und sich nur für die Interessen der BVB Fans einsetze:

Hierzu stellen wir fest, dass die Kampagne bundesweit aufgestellt ist und sie die Fanszenen zahlreicher Traditionsvereine in sich vereint. Exemplarisch seien die Fans von Hertha BSC Berlin und dem FC Köln genannt, die ebenfalls regelmäßige Aktionen initiieren und aktiv in den Gremien mitarbeiten (vgl. u. a. : hier und hier).

Dass der Fokus oft auf den BVB-Fans liegt, ist der traurigen Tatsache geschuldet, dass diese am häufigsten unter den überzogen Eintrittspreisen zu leiden haben, wie wir unter anderem hier dokumentiert haben . Darüber hinaus haben die zahlreichen Aktionen der vergangenen Jahre zu einer erhöhten Sensibilisierung innerhalb der BVB Fanschar geführt, weswegen Aktionen kurzfristig und einheitlich organisiert werden können. Die Dortmunder „Kein Zwanni“-AG kann hierbei auf eine effiziente Organisationsstruktur und ein außerordentliches Mobilisierungspotential zurückgreifen. Daher war auch Borussia Dortmund der erste Verein, der komplett auf Toppspielzuschläge für Gästefans verzichtet hat und auf Druck aus der eigenen Anhängerschaft die Preise in der Euroleague signifikant gesenkt hat.

Nichtsdestotrotz unterstützt die Kampagne auch in Dortmund den berechtigten Protest von Gästefans gegen überzogenen Preise – wohlgemerkt für Steh- und Sitrzplätze, die auch Kein Zwanni immer wieder anprangert (z.B. hier). Hierfür stehen die Ansprechpartner vor Ort jederzeit zur Verfügung, Kontakte können in den sozialen Medien oder auf unserer Homepage eingesehen werden.

„Kein Zwanni“ im Februar 2016
Rückfragen für Pressevertreter: info@kein-zwanni.de