In der vergangenen Saison hat der SC Paderborn für einen Großteil  aller Fußballfans vollkommen unerwartet den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse geschafft. Damit sind die Ostwestfalen das 53. Mitglied in der Geschichte der Bundesliga. Sogar der Begriff „Fußballwunder“ fiel in diesem Zusammenhang. Der Erfolg ist den Verantwortlichen in Paderborn aber scheinbar zu Kopf gestiegen.

Am dritten Spieltag kommt es in der Paderborner Arena zum Duell mit dem Aufsteiger aus Köln. Auf dem Papier ein Spiel zwischen zwei potentiellen Abstiegskandidaten, deren gemeinsame Geschichte sich auf einige wenige Duelle in der 2. Bundesliga beschränkt. Doch scheinbar wittert der Sportclub bei jedem Bundesligaspiel ein monumentales sportliches Feuerwerk, denn anders sind 50 Euro, die ein Sitzplatz im Gästeblock kostet, nicht zu erklären. In der vergangenen Saison als sich beide Teams am dritten Spieltag der 2. Bundesliga gegenüberstanden, kosteten dieselben Plätze noch 28 Euro.

Nach Adam Riese macht das 22 Euro Aufschlag pro Karte und der Aufstieg des SC Paderborn kommt jeden Fußballfan teuer zu stehen. In Prozenten ausgedrückt macht dies einen Preisanstieg von circa 80 % aus. Der preisbewusste Fußballfan kann aber auch einen Sitzplatz für 40 Euro erwerben. In diesem Fall muss er allerdings eine Sichtbehinderung in Kauf nehmen. Weitere Alternativen gibt es für Gäste, die gerne sitzen möchten, in Paderborn nicht. Besonders diese Alternativlosigkeit beim Kauf einer Eintrittskarte für die Sitzplätze im Gästebereich ist eine Frechheit für jeden Fan. Fans von Borussia Dortmund oder dem FC Bayern München zahlen für einen der bereits erwähnten Sitzplätze bei ihren Gastspielen sogar 60 Euro. Dies liegt daran, dass der SC Paderborn vor der Saison die Spiele je nach Gastmannschaft und deren vermeintlicher Attraktivität in Kategorien eingeteilt.

Natürlich ist es verständlich, dass die Paderborner aus dem größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte auch Kapital schlagen wollen, aber die Verhältnismäßigkeit bleibt bei dieser Preispolitik auf der Strecke. Es darf auch keine Entschuldigung sein, dass die Kapazität des Stadions so gering und die Anzahl der zu verkaufenden Karten somit begrenzt ist. Besonders für Gästefans ist es schwer nachzuvollziehen für ein Auswärtsspiel in Paderborn so tief in die Tasche zu greifen. In Ostwestfalen sind die 17 Heimspiele vielleicht Fußballfesttage doch für die Fans der Gastmannschaft kann davon nicht unbedingt die Rede sein.

Fußball muss bezahlbar sein und diese Forderung richtet sich auch an die Verantwortlichen des SC Paderborn.