Der 1. FC Köln gab frühzeitig bekannt, dass weder die Preise für Dauerkarten noch für Tageskarten im Vergleich zur letzten Spielzeit in der Bundesliga erhöht werden. Vernunft und Bodenständigkeit waren also endlich ins Geißbockheim eingezogen. Leider blieb die Freude über diesen Fakt nicht lange bestehen.

In ein paar Tagen ist es endlich wieder soweit. Die Bundesliga kommt zurück nach Müngersdorf. Nach dem Aufstieg an Ostern schien die Vorfreude auf diesen Moment mit jedem Tag größer zu werden. Im Kölner Umfeld potenziert sich eine solche Vorfreude immer schnell und die Euphorie war während der gesamten Vorbereitung spürbar. Besonders im Rahmen des Trainingslagers, im noblen Kitzbühel, wurde die Begeisterung rund um den 1. FC Köln deutlich. Erfrischend anders präsentierten sich zudem unsere Verantwortlichen, die mit einer gesunden Portion Objektivität (Saisonziel: Platz 15) und der nötigen Akribie die kommenden Herausforderungen angehen wollen. Die Abkehr vom Größenwahn spiegelte sich auch darin wieder, dass die Vereinsführung frühzeitig bekannt gab, weder die Preise für Dauerkarten noch für Tageskarten im Vergleich zur letzten Spielzeit in der Bundesliga zu erhöhen. Vernunft und Bodenständigkeit waren also endlich ins Geißbockheim eingezogen. Leider blieb die Freude über diesen Fakt nicht lange bestehen.

Sofern man keine Dauerkarte besitzt und sich über die Preise für die jeweiligen Spiele informieren will, schaut man in die Röhre. Die Preise werden nicht vor der Saison gesammelt veröffentlicht, sondern lediglich für die einzelnen anstehenden Partien. Im Vergleich: Vor dieser Saison wurden die Preise für die ersten fünf Spiele zeitgleich veröffentlicht. Auffällig ist, dass die Karten für die Spiele gegen den HSV, Mönchengladbach, die Bayern und den BVB in jeder Kategorie denselben Preis haben. Gedanken habe ich mir aber erst gemacht, als ich die Kartenpreise für das Spiel gegen den SC Freiburg gesehen habe. Diese wichen nämlich deutlich nach unten ab.

An diesem Punkt habe ich die alten Preislisten aus der Saison 2011/12 herausgesucht und festgestellt, dass Eintrittskarten für ein Spiel gegen Hamburg diese Saison in einigen Kategorien mehr kosten. Wir reden von dem HSV, der in der letzten Saison mit 27 Punkten aus 34 Spielen, elf erreichten Punkten in der Rückrunde und ohne einen Sieg in den Relegationsspielen die Klasse gehalten hat. Ein Spiel zwischen zwei potentiellen Abstiegskandidaten wird von den Verantwortlichen des 1. FC Köln scheinbar als Spitzenspiel eingestuft.

Nach zwei Jahren in denen die Fans immer wieder als Faustpfand sowie als wichtiger Rückhalt tituliert worden sind und nicht zuletzt auf unterschiedliche Weise zur finanziellen Konsolidierung beigetragen haben, kommt jetzt stattdessen die Preiserhöhung durch die Hintertür? Fast noch mehr als diese Tatsache hat mich die Art und Weise der Kommunikation getroffen. Die Preise für Karten in den verschiedenen Blöcken im Stadion unterscheiden sich je nach Gegner beziehungsweise Spielpaarung. Mit Art und Weise der Kommunikation wird der Eindruck erweckt eben diese Praxis zu verschleiern. Wenn ich an die Hamburger Fans denke, die für so ein Spiel tiefer in die Tasche greifen müssen, wird diese ganze Preispolitik noch unverständlicher.

In dieser Hinsicht bleibt vor dem Start in die neue Saison also ein fader Beigeschmack. Das ist besonders schade, da der Verein sich sonst in vielerlei Hinsicht positiv präsentiert hat. Ein wachsames Auge auf die Eintrittskartenpreise für die Heimspiele sollten wir aber alle haben. Fußball muss für alle bezahlbar sein und bleiben.

Kein Zwanni Köln