Mit großer Freude hat die Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ die Ankündigung der TSG Hoffenheim zur Kenntnis genommen, in Zukunft keine Topspielzuschläge mehr zu erheben. Diese Ankündigung ist ein Erfolg des hohen Mobilisierungsgrades der Dortmunder Fanszene und ein gutes Ergebnis für den gesamten Fußball in Deutschland.

Es kommt normalerweise nie vor, dass Borussia Dortmund Auswärtstickets an den gastgebenden Verein einer Bundesliga-Partie zurück schickt. Im Gegenteil sind immer auch wesentliche Teile der neutralen Sitzplatzbereiche mit Fans des BVB besetzt. Dass vor der Partie in Sinsheim 800 nicht verkaufte Gästetickets ihren Weg zurück nach Sinsheim fanden, zeigt daher wie hoch die Akzeptanz des Boykottaufrufes war, zu dem die Initiative „Fußball muss bezahlbar sein“ zusammen mit den Dortmunder Fanclubs aufgerufen hatte. 20 Euro mehr als im letzten Jahr sollten die Fans der Borussia diese Saison zahlen.

Wieder hat sich gezeigt, dass starke Fanszenen wichtig für den Fußball in Deutschland sind. „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ bedankt sich aber auch explizit bei BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke für seine Intervention in Hoffenheim, die zusammen mit dem Boykott ein Umdenken bei der TSG herbeigeführt hat. Wobei wir es natürlich besser gefunden hätten, wenn die TSG erst gar keine Situation geschaffen hätte, in der es zu Protesten kommen musste.

Wir betonen hier erneut, dass eine sozialverträgliche Preisstruktur letztlich im Interesse aller deutschen Proficlubs liegt. Die Bundesliga ist nach wie vor die Liga in Europa, die die Faktoren „aktive Fanbeteiligung“ und „volle Stadien“ am besten kombiniert. Wer sich mit Fans aus anderen Teilen Europas unterhält, weiß wie viele von diesen neidisch nach Deutschland schauen. Diesen Umstand aufzugeben, um ein nicht zu gewinnendes Rennen mit der englischen Premiere League zu starten, beschädigt nachhaltig den Fußball in Deutschland in Gänze. Wir dürfen die Fehler aus England nicht wiederholen und das Stadionerlebnis zu einem Event ohne Stimmung für Besserverdienende und Touristen machen.

Der deutsche Fußball braucht mehr Stehplätze, mehr junge Menschen, mehr aktive Fans und er muss als Volkssport für alle sozialen Schichten erhalten bleiben. Wir werden uns nach diesem erfolgreichen Boykott daher sowohl die Entwicklung in Sinsheim als auch bei anderen Vereinen sehr genau anschauen und auch in Zukunft entsprechende Aktionen durchführen.