HerthaBSC

“Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ kann bereits jetzt auf eine Vielzahl von Erfolgen zurückblicken. Dabei war „Kein Zwanni“ von Anfang an langfristig konzipiert. Allen Beteiligten war klar, dass sich die Preisschraube nicht von heute auf morgen stoppen lässt. So ging es zuerst darum, überhaupt ein Problembewusstsein zu schaffen. Die Stadien im deutschen Profifußball sind gut gefüllt, die Tageskartenpreise liegen im Durchschnitt noch unter denen der ausländischen Topligen und die Finanzkraft der Vereine wächst. Der Bundesliga geht es verhältnismäßig gut. So zumindest das Bild in der breiten Öffentlichkeit.

Hier galt es für Kein Zwanni erst einmal anzusetzen und darauf aufmerksam zu machen, dass der Stadionbesuch bereits heute besonders für viele jüngere Fans zu einem kaum finanzierbaren Erlebnis geworden ist. Die Stehplatzbereiche sind im Zuge von Stadionumbauten konstant verkleinert worden, die untere Preisgrenze auf den Sitzplätzen wird immer  höher angesetzt. Diese Problematik mussten wir gegenüber Fans, Vereinen und Medien erst einmal verdeutlichen, um dann in Gesprächen mit Vereinen und Verbänden auf Veränderungen drängen zu können.

Dass es Geduld und einen langen Atem braucht, um die Vereine zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen, liegt in der Natur der Sache. Doch wie gesagt haben die Fans durch ihre Prostest bereits unfassbar viel erreicht. Wir haben dabei aber nicht nur auf Druck in Form von Boykott- und Protestaktionen gesetzt, sondern auch auf intensive Gespräche mit den Vereinen. Auch dort ist man an einer gesunden Entwicklung des Fußballs interessiert und so ist mittlerweile Bewegung in das Thema Ticketpreise gekommen:

  • Juli 2011: Nach Gesprächen senkt der SV Sandhausen die Stehplatzpreise im Pokalspiel gegen den BVB von 18,00 € auf 15 Euro
  • Juli 2011: Der 1.Fc Köln legt die Preise fü Stehplätze auf 16 € für die erste und 13 € für die zweite Liga fest.
  • August 2011: Der BVB verzichtet auf Topspielzuschläge für Gästefans im Stehplatzbereich
  • Juni 2012: Senkung der Dauerkartenpreise beim 1. FC Köln
  • Juni 2012 Der FC Schalke 04 verzichtet nach Gesprächen mit Vertretern der Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ auf Topspielzuschläge für Stehplätze in Heim- und Gästeblock. Dadurch reduziert sich der Preis für die günstigste Karte beim Revierderby um über 25%.
  • Mai 2013: Hertha BSC legt 15 Euro als generellen Ticketpreis für den Gästeblock fest
  • Juni 2013: Der Hamburger SV setzt den Preis für Gästestehplätze auf einheitliche 16 Euro fest
  • Juni 2013: Der BVB reduziert die Anzahl der Topspiele von 6 auf 2. Für Gästefans fallen generell keine Topspielzuschläge  an
  • Juni 2013: Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg setzen den Preis für Gästestehplätze auf 16 Euro fest

Unabhängig von Kein-Zwanni als Kampagne konnten auch die Fans von Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg ihre Vereine in Gesprächen von Festpreisen für Stehplätze in Höhe von 15 € überzeugen.