Kein Zwanni für nen Steher!
Ticketpreise
Offensichtlich gibt es unterschiedliche Vorstellungen, was die Definition von „moderaten Eintrittspreisen“ betrifft. Kostete eine Stehplatzkarte im Derby letztes Frühjahr noch 13 Euro, so liegt der Preis jetzt bei 20 Euro (jeweils ohne Vorverkaufsgebühr). Das entspricht einer Erhöhung von rund 54 Prozent. Die DFL selbst gibt offen und ehrlich zu, dass die Preise steigen. In ihrem Ligaverbandsbericht finden sich Angaben der durchschnittlichen Bruttopreise für eine Tageskarte bei einem Bundesligaspiel:
Quelle: Ligaverbandsbericht 2009/2010
Die Preise absolut betrachtet wirken gering, aber eine Betrachtung der prozentualen Erhöhung zeigt eine drastischere Entwicklung:
Über den Betrachtungszeitraum von fünf Spielzeiten hinweg, hat sich der Durchschnittspreis gar um 17,49 Prozent erhöht. Eine deutliche Entwicklung, die sich immer weiter verstärkt und, angesichts der jede Saison höheren Basis, für den Fan auch finanziell immer belastender wird. Wobei man berücksichtigen muss, dass manche Vereine ihre Preise fast gar nicht erhöht haben, die Erhöhung der übrigen Vereine also noch drastischer ausgefallen ist.
Als abschreckendes Beispiel, wie eine zukünftige Preisgestaltung aussehen könnte, haben wir die aktuell höchsten (!) Sitzplatz-Dauerkartenpreise der Bundesliga mit den normalen Dauerkartenpreisen der Premiere-League verglichen. Betrachtet wurden die jeweils sieben teuersten Vertreter:
Quelle:www.geld-kompakt.de Football Supporters Europe
Man kann jetzt sagen, dass wir deutschen Fußballfans es doch eigentlich recht gut haben. Wir glauben jedoch, dass wir die derzeitige Entwicklung stoppen müssen, um nicht irgendwann einmal in ähnliche Bereiche zu kommen. Eine kleine Anmerkung: An vierter Stelle der teuersten Dauerkarten in England steht Ipswich Town mit stolzen 1.202,10 €. Ipswich taucht allerdings nicht in der Grafik auf – der Verein ist nämlich ein Zweitligist!