Das Fanzine schwatzgelb.de hat sich detailliert der Eintrittspreisentwicklung bei Borussia Dortmund in den vergangenen 15 Jahren angenommen und dabei dramatische Preissteigerung festgestellt.

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Im Vergleich der Tageskartenpreise der laufenden Saison zu der Saison 1998/99 sind die Tickets in diesem Zeitraum um bis zu 150 Prozent teurer geworden, in Topspielen haben sich die Preise einzelner Plätze sogar verdreifacht, was einer durchschnittlichen jährlichen Inflationsrate von 20 Prozent entspricht.

Mit Ausnahme eines einzigen Blocks auf der Nordtribüne liegt die Preisentwicklung im gesamten Stadion deutlich jenseits der Inflationsrate von 28,5 Zeitraum im selben Zeitraum.

„Praktisch alle Karten sind auch sehr viel deutlicher gestiegen als die Gehälter, mindestens doppelt so stark. Von den Renten ganz so schweigen“, so Arne Steding, der die Preise für schwatzgelb.de verglichen hat. Und er fügt hinzu: „Die Entwicklung ist für die betroffenen Fans also deutlich spürbar. Insbesondere auf den Unterrängen von Ost- und Westtribüne treffen Preissteigerungen weit jenseits der 100 Prozent auf effektive Rentenkürzungen. Das bleibt nicht ohne Folgen. Und wurde mehrfach zugetragen, dass jahrzehntelange Stammkunden in diesen Bereichen ihre Dauerkarten irgendwann abgegeben haben und viele bekannte und gewohnte Gesichter in diesen Blöcken nicht mehr wiedergesehen wurden. Das ist schon traurig.“

Dem Bericht zufolge sind nahezu alle Karten im Dortmunder Westfalenstadion in den zurückliegenden 15 Jahren stärker im Preis gestiegen als die Kilowattstunde Strom (+68%). Viele Plätze toppen sogar die Entwicklung beim Benzin (+97%).

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Besonders anschaulich ist der folgende Vergleich, den schwatzgelb.de anstellt: „Würden alle Preise so stark anhoben wie die der Sitzplatzpreise im Topspiel, so würde beispielsweise eine Kilowattstunde Strom heute 49 Cent kosten, ein halbes Pfund Butter knapp vier Euro, ein Brot nahezu sechs Euro, das Pfund Kaffee 14,67 Euro und ein VW Golf knapp 38.000 Euro. Die gute Nachricht: Dieselbe Steigerung vorausgesetzt, läge das westdeutsche Durchschnittseinkommen im Gegenzug bei fast 78.000 Euro.“

Anhand des beigefügten Stadionplans lässt sich Block für Block deutlich erkennen, in welchem Maße die Preise im Westfalenstadion angestiegen sind.

Marc Quambusch, Sprecher der „Kein Zwanni“-Initiative, kommentiert die Ergebnisse des Preisvergleichs: „Der Vergleich zeigt sehr gut, wie viel teurer Fußball im Verhältnis zu anderen Dingen geworden ist. Die weiteren Einnahmesteigerungen durch das Fernsehen müssen endlich dazu genutzt werden, die Preise im Stadion stabil zu halten, damit Fußball ein Volkssport bleibt.